Thursday, June 23, 2011

Goals and Expectations – Tina's Half Marathon experience


Ziele zu Erreichen und seinen Erwartungen zu entsprechen kann unter Druck setzen und auch richtig erfolgreich machen. Tina aus Hessen, eine Freundin, der mein Blog gefällt, hat für GreatWay-Attitude diesen wunderbaren Artikel geschrieben, in dem sie berichtet wie sie einen Halbmarathon gemeistert hat.

English Version see below
Vor ungefähr einem Jahr trennte ich mich nach einer fast neunjährigen Beziehung mit 26 Jahren von meinem ersten Freund. Wir gingen zum Glück im Guten auseinander, es passte eben einfach nicht mehr zwischen uns, hatten uns nach so vielen Jahren auseinander gelebt und verfolgten nun unterschiedliche Ziele. Ich persönlich hatte, vor allem gegen Ende der Beziehung, häufig das Gefühl, dass ich mein Leben, vor allem im beruflichen Bereich, zwar sehr zielstrebig und konsequent gelebt hatte, mir bis dahin aber noch nicht viele meiner Träume erfüllt hatte. Warum das genau so war wusste ich eigentlich gar nicht. Ich schob es aber vor allem auf die Beziehung und den Wunsch, die gemeinsamen Ziele verfolgen zu können, denen man die eigenen Ziele dann eben auch schon mal unterordnet. Und mir war klar: Das wollte ich in Zukunft anders machen! Herausfinden was meine eigenen Ziele sind und daran arbeiten, dass ich mir diese dann auch erfüllen kann. So schwer konnte das doch gar nicht sein, zu wissen was man will und das dann auch zu verwirklichen?! Also fing ich an, mir für mein Leben bestimmte „Projekte“ vorzunehmen. Das erste Projekt war, dass ich unbedingt wieder skifahren gehen wollte. Das hatte ich in den letzten Jahren komplett aufgegeben, da mein Freund kein Interesse daran gehabt hatte und ich mich ganz allein auch nicht dazu motivieren konnte. Gesagt getan: Skier, die dazu passenden Schuhe und der Rest des Zubehörs wurden gekauft und so fuhr ich im letzten Winter häufig nach der Arbeit bei Flutlicht noch bis um 22 Uhr Ski, bei Wind und Wetter. Das war eine super Zeit, ich lernte dabei viele tolle Menschen kennen und somit musste bald ein neues Projekt für die schneefreie Jahreszeit her. Das erste war ja ein voller Erfolg gewesen und hatte mir nur gute Erfahrungen beschert, war doch eigentlich ganz leicht, einfach mal was für sich zu tun...
Da ich gerne zum Wandern und Bergsteigen in die Alpen fahre, plante ich mir dies als Urlaub für die Sommerferien, vorher wollte ich aber auf alle Fälle meine Kondition verbessern, weshalb ich damit begann ein bis zwei mal in der Woche eine kleine Runde joggen zu gehen. Bald lief ich regelmäßig an zwei Tagen in der Woche, die Kilometerzahlen stiegen stetig an. Recht schnell wurden meine Runden auch mal acht, neun, dann zehn Kilometer lang und ich bekam riesigen Spaß daran, auch weil ich merkte, dass das Laufen ein toller Ausgleich zum Arbeits-, Alltags- und Studienstress für mich darstellte. Somit wurde aus dem netten Ausgleich bald ein richtiges Hobby und die Idee einen Halbmarathon mitzulaufen entstand und festigte sich. Damit ich mich am Ende dann nicht noch davor drücken konnte meldete ich mich schon im Januar für den Halbmarathon in Würzburg an und erzählte dummerweise allen meinen Freunden und Bekannten davon. So, wie wenn man eine Diät macht oder mit dem Rauchen aufhören möchte und es allen erzählt, damit die Hemmschwelle größer ist wieder damit anzufangen und „rückfällig“ zu werden. Nur leider fangen viele Menschen trotzdem wieder mit dem Rauchen an oder ziehen ihre Diät nicht so konsequent durch und auch ich musste feststellen, dass das Training für einen Halbmarathon dann doch etwas anderes ist, als die fünf bis zehn Kilometer die ich am Abend sonst mal so nebenbei gelaufen war. Vier mal in der Woche Laufen zu gehen, am Wochenende auch mal Strecken von 18 oder mehr Kilometern, an zwei Tagen Tempo- oder Intervallläufe, damit man schneller wird und der Körper sich an die Distanz und die Geschwindigkeit gewöhnen kann. Aber ich dachte mir: Wenn, dann richtig! Eine Zeit unter 2:15:00 dürfte doch mit der entsprechenden Disziplin machbar sein. Und so stieg ich dann Anfang des Jahres auch hochmotiviert ins Training ein. Während meine Freunde am Wochenende Feiern waren und danach ausschliefen stand ich früh auf um meine großen Runden zu laufen, unter der Woche ging ich nach 12 Stunden Arbeit manchmal noch um 23 Uhr raus. Leider lief dann in den letzten Wochen vor dem Wettkampf gar nichts mehr so rund wie am Anfang: eine Erkältung jagte die nächste, dann tat das Knie weh, dann die Wade. Es war einfach immer irgendwas, weshalb ich das Training aussetzen musste oder zumindest nicht so durchziehen konnte, wie ich mir das vorgestellt hatte. Die Wochen gingen vorbei, eine nach der anderen und vier Wochen vor dem Halbmarathon hätte ich am liebsten alles hingeschmissen. Aus, vorbei, nie wieder Laufen gehen, keine Lust mehr auf den blöden Scheiß... aber bis hierher war ich immerhin schon gekommen. Also sagte ich mir etwas, was eigentlich gar nicht zu meiner sonst so disziplinierten und zielstrebigen Art passt: Dabei sein ist alles, du läufst den Halbmarathon auf jeden Fall mit, egal welche Zeit du dafür brauchst! Also trainierte ich nur noch, wenn ich mich gut fühlte und genug Zeit dafür hatte, auch wenn ich dann den ein oder anderen Lauf ausfallen lassen musste oder er kürzer wurde als geplant. Am Wochenende ging ich wieder mehr mit meinen Freunden feiern, wenn ich das Verlangen danach hatte und einfach mal tanzen und meinen Spaß haben wollte. Mein Gefühl im Hinblick auf den Lauf wurde dadurch ehrlich gesagt aber auch nicht wirklich besser. Eine Woche vorher wurde ich langsam aufgeregt und von Tag zu Tag wandelte sich die Aufregung dann in Angst um. Was, wenn ich die Strecke nicht durchlaufen könnte und dann gar nicht erst ins Ziel kommen würde, weil ich durch das inkonsequente Training noch nicht genug Ausdauer habe? Immerhin war ich bisher noch nie 21 km am Stück gelaufen und erst recht nicht im Renntempo. Was, wenn mir das Knie oder die Wade weh tun würde? Oder wenn ich vor dem Lauf etwas wichtiges vergessen oder mich am Ende dann noch verlaufen würde?... Ich glaube, dass die Menschen um mich herum alle schon ein wenig genervt waren, von meiner ständigen Nervosität. Am Ende würde ich doch eh nur wissen, wie das alles ist, wenn ich einfach mitlaufen würde, da ging wohl kein Weg mehr dran vorbei. Also fuhr ich am 15. Mai gemeinsam mit meinen Eltern und zwei guten Freunden um 7 Uhr in der Früh nach Würzburg um, trotz meines schlechten Bauchgefühls und meiner irren Aufregung, einfach mitzulaufen. Vor dem Start war ich dann so gespannt, dass ich fast geplatzt wäre, aber die Stimmung war so gut und die Leute um mich herum so nett, dass ich mich plötzlich einfach nur noch freute, dass ich dort sein und gemeinsam mit all den anderen Menschen teilnehmen konnte. Ganz egal, was ich für eine Zeit haben würde... bis zu diesem Zeitpunkt war es einfach schon ein tolles Erlebnis gewesen. Nachdem ich über die Startlinie gelaufen war musste ich mich ganz schön kontrollieren, dass ich mich von den Menschen und der Musik am Straßenrand nicht zu sehr dazu verleiten ließ zu schnell zu laufen. Sonst würde es am Ende dann sehr schwer für mich werden, das wusste ich bereits aus den 100 Laufbüchern, die ich im Vorfeld gelesen hatte. Nach den ersten zehn Kilometern fühlte ich mich noch erstaunlich gut, obwohl ich bereits viel schneller war, als ich mir ursprünglich vorgenommen hatte. Eigentlich rechnete ich nach jedem Kilometer damit, dass ich bald den großen Einbruch haben würde in dessen Folge ich mich dann nur noch ins Ziel schleppen könnte. Aber es lief... also ich lief. Immer weiter, bis zum Kilometer 15. Ab da würde es laut Streckenplan nicht mehr bergauf gehen und die letzten sechs Kilometer würde ich jetzt sicher auch noch überleben. Ein Blick auf die Uhr sagte mir, dass ich wirklich gut in der Zeit war und mit Sicherheit... was für eine unglaubliche Überraschung... unter 2:15:00 im Ziel ankommen würde. Also war alles, was ich jetzt noch an Geschwindigkeit drauflegen konnte ein Bonus zum Erreichen meines persönlichen Ziels an das ich eigentlich ja eh schon nicht mehr geglaubt hatte. Verrückt. Zwei Stunden zuvor hatte ich immerhin noch Angst gehabt, ob ich es überhaupt bis zum 21. Kilometer durchziehen könnte. Die letzten Kilometer war ich dann wirklich super motiviert und lief wesentlich schneller, als ich im Training überhaupt jemals gelaufen war. Ich muss aber ehrlich gestehen, dass ich doch sehr erleichtert war, als ich mich dann plötzlich schon auf der Zielgeraden wiederfand. Nachdem ich die Ziellinie überquert hatte wichen alle Anspannung und Anstrengung der letzten Tage und Wochen einem totalen Glücksgefühl, erst recht, als ich sah, dass ich die 21,1 km wirklich in der für mich nahezu unglaublichen Zeit von 2:00:17 gelaufen war. Ich konnte es plötzlich gar nicht mehr fassen, dass ich in den letzten Wochen so wenig an mich geglaubt hatte und mein falscher Ehrgeiz fast dafür gesorgt hätte, dass ich die ganze Sache schon vorher absage. Und im Nachhinein wurde mir auch klar, dass nicht meine Beziehung oder mein damaliger Freund dafür gesorgt hatten, dass ich meine eigenen Ziele in den letzten Jahren nicht verfolgt hatte, sondern ich selbst. Allein die eigenen Ziele und Wünsche herauszufinden ist meiner Meinung nach schon eine große Aufgabe. Diese dann auch bis zum Ende zu verfolgen ist sicher eine noch größere Herausforderung, denn die Gefahr, dass man sich selbst dabei enttäuschen und den eigenen Erwartungen nicht entsprechen könnte ist einfach riesig und ich glaube, dass mir diese Tatsache in der Vergangenheit ziemlich viel Angst gemacht hat. Immerhin hätte ich es am Ende auf niemand anderen schieben können als auf mich selbst.

Im Herbst werde ich wieder einen Halbmarathon mitlaufen. Zielzeit: einfach nur ankommen, aber bitte unter 02:00:00 ;-)

Reaching Goals and setting Expectations could put pressure on oneself and could make you really successful as well. Tina from Hesse, Germany, a friend who like my blog, has written this wonderful article for GreatWay-Attitude, in which she let us know how she masted a half-marathon

Approximately a year ago a get apart from a almost nine year relationship from my first boyfriend, with 26 years. Thankfully we split up well, it hasn't harmonized anymore after all these years and we followed different goals. For me, at the end of this relationship, it often feels that my professional life was fulfilling, goal-oriented and consistent but I haven't fulfilled many of my dreams. I can't say exactly why this feeling occurs. I blamed the relationship and the desire to reach shared goals in which you have to fit in your personal destiny. And one thing was clear to me: I would like to change this for my future. Find out my own goals and work on it to fulfill them. It couldn't be that difficult to know what you would like to achieve and go for it?! So I defined some “projects” for my life. The first project was to go skiing. I gave it up for the last years cause my boyfriend hasn't any interest in it and I couldn't motivate myself for it. No sooner said than done: Skies, Boots and equipment bought and often after work I went skiing until 10pm, regardless of wind and weather conditions. Those were great times and I met lot of nice people. But soon there has to be a new project for the snow-free seasons. The first one was a great success and shared me many great experiences, it was such simple to do something for myself...
Because I really like to go for hiking and mountain climbing in the alps, I scheduled this for my summer holidays. In advance, to increase my stamina, I began running a small round, once or twice a week. Soon I was running constantly twice a week and the number of kilometers increased. My rounds reached eight, nine and ten kilometers and I received lots of fun also cause I got a great balance to my job- and everyday life as well as to my study stress. Because of this, this nice balancing activity established to a hobby and the idea to join a half-marathon was created gets tightening. Do not shrink out of it I registered already in January this year for a half-marathon in Würzburg, Germany, and stupidly I told all my friends about it. As, if you doing a diet or stop smoking and tell everybody about it, to enlarge the inhibition threshold if I would begin to fall in relapse. Nevertheless many people begin to smoke again and to not keep their diet consequent and also I had to notice that half-marathon training is something different then going out for a 5-10 kilometer run casually at evenings. It was now four to four times a week running, distances up to 18km at the weekends, and on two days speed and interval runs to increase speed and let the body becoming used to the speed. But I thought: If I go for it, I go straight! A time under 2:15:00 must be possible with the appropriate discipline. Because of this I jumped highly motivated into the running training. While my friends went at the weekends partying and sleeping in I get out to do my big rounds. During the weeks I went sometimes after an 12 hours workday out at 11pm to run. Unfortunately the weeks before the competition nothing gets that round as it was at the beginning of my preparation. One cold was tracking another, the knee begins to hurt followed by a hurting calf. It was all the time something that prevents me to do the training or not let me do it the way I imagined it. The weeks passed, one after another, and four weeks before the half-marathon I felt almost pleasurable to quiet. Over, gone, never running again, no joy about this stupid shit... but after all, I made it all the way up in the training process. So I said something to myself what was unfamiliar to my disciplined and ambitious personality: It's taking part that counts, whatever happens you will join the half-marathon, regardless about the time it will take you. So I continued my training only if I felt good enough and had time therefore even if I had to quiet or shorten on or another training run. On the weekends I started partying again when I felt for it and would like to dance or have fun with friends. Honestly, this doesn't created a better feeling in point of view of the planned run. One week before the half-marathon I got nervous and from day to day the nervousness transformed more and more into anxiety. What if I'm not able to run all the way along and couldn't reach the goal because the stamina is not big enough after the inconsequent training? After all I never run 21 kilometers at once, at least not in a competition speed. What if my knees or calves would begin to hurt? Or if I would forget something important before the run and couldn't start for that reason?
I think the people around me where irritated by my constantly nervousness. At the end, the only way to achieve my goal is to take place, there is no way out. So, on May 15 I made myself, together with my parents and two friends at 7 am on the way to Würzburg to just go for it, in spite of my poor gut instinct. Just before the start I was such stiff that I almost exploited, but the atomosphere was that good and the people that friendly that I immediately just looked forward and enjoyed it to take part with all the other people. Regardless of the time I will get, up to this moment, it was a great experience. After I passed the starting line I have to take control about myself to not getting encouraged to much from the people on the side of the street as well as the music to speed up to much. Otherwise it would be difficult to continue at the end of the race, a notice that I took out of the 100 running-books I have read in advance for preparation. After the first 10km I felt astonishing good although I was faster than planned. Actually, I thought after each kilometer to burn down and just carry myself to the goal. But my mood was running – so I was running. Further and further, up to kilometer 15. Up there, according to the track plan, there were no more uphill passages and for sure I would survive the lasrt six kilometers. A view on my watch told me that I was good in time which increased confidence, to my surprise, that a time under 2:15:00 would be achieved. So, everything I could add on speed would be a bonus to my personal goal that actually felt a little bit in the background before. Crazy. Two hours before I had fear after all to achieve the 21 kilometers. The last kilometers I got super motivated and was running way faster then I was ever running at the trainings. To be honest I also have to mention that I was very relieved when I found myself on the home stretch. After I crossed the goal line all the effort and tightness I took the last weeks and month were transformed into total happiness. More then ever as I saw that I mastered the 21.1 kilometers in an almost unbelievable time of 2:00:17. I coudln't believe that my self confidence decreased that much within the last weeks and that my false ambitions almost drove me that far to cancel thing in advance. Afterwards it becomes clear to me that not my relationship or past boyfriend where the reason that I haven't gone along my goals the past years but it was myself who had to take response therefor. Finding out your own goals and desires is alone a big mission at all. Following that until achievement is a even bigger challenge because the danger to disappoint yourself or not meeting your expectations is massive and I think that this fact creates lots of anxiety in my past. After all at the end I couldn't blame anyone else, only myself.
This fall I wanna go for a half-marathon again. Goal: Just reach the goal, but please under 02:00:00 ;-)

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